COMEBACK DER BLUTSAUGER

GELIEBTE KATZE - 04/2002

Saisonstart für Zecken und Flöhe

von Barbara Welsch, Tierärztin

Flöhe und Zecken sind nicht nur widerlich, sie können der Katze schaden. Damit die Katze Frühjahr und Sommer ohne die lästigen Parasiten genießen kann, gibt es wirksame und unschädliche Mittel gegen die Blutsauger-Plage.

Tatsächlich sind es hauptsächlich die Zecken, die im Frühjahr ihr Comeback erleben. Kluge Flöhe ha­ben sich bei Einbruch des Winters in warmen Wohnungen eingenistet. Die weniger glücklichen Blutsauger mussten draußen erfrieren. Doch sie haben ihre verpuppten Nachkommen hinterlassen. In der Puppe kann ein Floh fast alles überleben. Das Überstehen des Winters ist für den verpuppten Jungfloh ein Klacks.

Und so kann es passieren, dass die Katze von einem Ausflug ins zarte Frühjahrsgrün die lästigen Gäste mitbringt. Ganz abgesehen davon, dass Flöhe nicht gerade appetitlich sind, können sie der Katze auch ernsthaft schaden. Sie können Bandwürmer übertragen, Hautentzündungen und Allergien verursachen.

Außerdem tun sie sich auch am Menschen gütlich, wenn keine Katze in der Nähe ist. Die direkten Folgen sind juckende Stiche. Aber auch Krankheiten, wie die Katzenkratzkrankheit können von den Flöhen auf den Menschen übertragen werden. Daher sollte man Flohinvasionen vorbeugen. Beim Tierarzt gibt es verschiedene Anti-Floh-Mittel. Man unterscheidet Puder, Sprays, Shampoos, Halsbänder und Spot­on-Präparate.

Einige Mittel können schaden

Zudem gibt es auch ein Medikament als Tablette oder Spritze mit dem Wirkstoff Luferenon (Program®), das der Einnistung von Flöhen in der Wohnung vorbeugt, indem es die Entwicklung zum erwachsenen Floh hemmt. Puder, Sprays und Shampoos dienen vor allem der Bekämpfung des akuten und schweren Befalls mit Flöhen und z.T. auch mit Zecken. Einige dieser Mittel haben allerdings den Nachteil, dass sie Pyrethroide (das sind Stoffe, die aus dem Chrysanthemengift Pyrethrum hergestellt werden) enthalten. Pyrethroide kön­nen aber bei empfindlichen Personen und Tieren, insbesondere bei Katzen, Nebenwirkungen verursachen.

Auch Wirkstoffe, wie Carbamate und Organophosphate, die in einigen dieser Puder, Sprays und Shampoos enthalten sind, können schädliche Wirkungen haben.

Leider finden sich diese Stof­fe in vielen Floh- und Zeckenhalsbändern. Auf der anderen Seite wirken die so genannten natürlichen Anti-Parasiten-Mittel oft nicht. Citronellöle schrecken vielleicht den einen oder anderen Floh ab, gegen eine Flohplage und gegen Zecken sind sie wirkungslos. Tatsächlich stören die Zitrusdüfte am allermeisten die arme Katze.

Auch Hausmittel wie Bierhefe und Knoblauch halten Zecken und Flöhe nicht fern. Manche dieser Naturstoffe sind nicht nur wirkungslos, sie sind auch hochgiftig für die Katze, wie z. B. viele Teebaumölprodukte.

Spot-on-Präparate sind praktisch

Als hochwirksam und dabei ungiftig für die Katze haben sich Spot-on­Präparate (z.B. Advantage®, Frontline® oder Stronghold®) erwiesen.

Die Mittel werden auf die Haut im Nacken der Katze getropft. Von dort verteilen sie sich über die Körperoberfläche und töten das Ungeziefer innerhalb von 24 Stunden.

Einige dieser Präparate wirken auch gegen Flohlarven. Bei einer Flohplage in der Wohnung haben sich Kombinationen von Spot-on-Präparaten, dem Entwicklungshemmer Luferenon und einer Behandlung der Räume mit einem Anti-Floh-Umgebungsspray bewährt. Auf gar keinen Fall sollten Produkte verwendet werden, die nur für Hunde zugelassen sind. Denn Katzen sind wesentlich empfindlicher als Hunde und können auf diese Weise leicht vergiftet werden.

Letztendlich gilt: Ein noch so billiges Floh- und Zeckenhalsband aus dem Handel kann sehr teuer werden, wenn es erstens nicht wirkt und zweitens vielleicht sogar schädlich für die Katze ist.

Auch bei der Ungezieferbekämpfung sollte daher der Haustierarzt der Ansprechpartner Nr. 1 in Sachen Gesundheit und Wohlbefinden der Katze sein.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

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