DAS VERHALTEN DES HUNDES

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Warum bellen Hunde?

So wie wir Menschen, haben auch Hunde verschiedene Wege, miteinander zu kommunizieren. Da das Bellen aber zu den auffälligsten Kommunikationsmitteln gehört und leider auch zu den problematischsten, ist es für uns von besonderem Interesse.

Bellen Hunde wie Wölfe?

Im Vergleich zu seinen wilden Vorfahren bellt der Haushund erstaunlich oft. Er hält auch eine größere Vielfalt an Tönen zur Verfügung: Wahrend Wölfe über ungefähr vier bis neun verschiedene Tone verfügen, kennen unsere Kameraden eine Vielzahl von Lautäußerungen. Die Palette reicht vom Weinen eines Welpen bis zum extrem hohen Bellen eines aufgeregten Gesellen.

Verständigung unter Hunden

Der Haushund betrachtet seine Bezugspersonen als Rudelmitglieder. Daher verwendet er im Umgang mit uns die gleichen Kommunikationsmittel, die er auch in der Verständigung mit einem Artgenossen braucht. So macht es durchaus Sinn, das Verhalten der Vierbeiner in der Gruppe zu beobachten. So lernen wir, besser zu verstehen, was unser Kamerad uns mitteilen will. Viele von uns achten nämlich kaum auf die Körpersprache ihres Schützlings oder interpretieren die Signale falsch. Das veranlasst ihn, vornehmlich "verbal" mit uns zu kommunizieren. Das normale Bellen kann sehr viele Bedeutungen haben: Aufforderung zum Spiel, Ausdruck von Zuneigung, Rufen der Bezugsperson oder eines Artgenossen, Wiedersehensfreude, Erregen von Aufmerksamkeit oder Ausdruck innerer Unruhe. Bei Welpen haben die Lautäußerungen noch spezielle Bedeutungen wie das Alarmieren oder Herbeirufen der Mutterhündin oder die Kontaktaufnahme. Winselnd und heulend teilt der Knirps etwa mit, dass er sich einsam fühlt.

Was will mein Hund sagen?

Nachdem das Bellen eines Vierbeiners immer vor dem Hintergrund seines Verhaltens und seiner Körpersprache zu interpretieren ist, ist die Bedeutung allein am Ton oder an der Frequenz des Bellens schwer zu erkennen. So kann ein kurzes, hohes Bellen heißen "Spiel mit mir". Steht Ihr Schützling aber dabei an der Haustür, so will er Ihnen mitteilen, dass er nach draußen möchte. Da unsere Kameraden aber sehr anpassungsfähig sind, entwickelt sich meist eine individuelle Verständigung zwischen Mensch und Tier. Diese hängt vornehmlich von den Eigenheiten des Vierbeiners ab, es ist schwierig, allgemeine Interpretationen zur Bedeutung zu machen.

Arten des Bellen

Die Lautäußerungen des Vierbeiners lassen sich am leichtesten anhand der Stimmhöhe kategorisieren. Das Bellen in hohen Tonlagen hat meist spielerische Bedeutung und ist selten aggressiv. Die tieferen Tone sind dagegen eher für bedrohliche Situationen reserviert. Für die Interpretation des "Gesagten" ist stets die Körpersprache von entscheidender Bedeutung. Zum Beispiel drückt ein bellender Geselle mit hoch aufgerichtetem Schwanz und aufgestellten Nackenhaaren eine Drohung aus: "Komm' mir auf keinen Fall näher!". Zeigt er dabei aber angelegte Ohren und eine geduckte Körperhaltung, so kann man davon ausgehen, dass er Angst hat. Unsere Reaktionen sollten sich also danach richten, was der Vierbeiner uns mitteilen will.

Andere Lautäußerungen

Neben dem echten Bellen hat unser Freund eine Vielzahl anderer Tone im Repertoire. Das Heulen zum Beispiel bringen wir meist mit den Wölfen in Verbindung. Aber auch unsere Haushunde heulen. Sie tun dies häufig, wenn sie das Martinshorn eines Krankenwagens hören, aber auch wenn ihre Bezugsperson ein Instrument spielt oder singt. Eine solche Reaktion hat nichts damit zu tun, dass ihnen diese Töne Schmerzen bereiten. Sie assoziieren damit vielmehr einen heulenden Rudelgenossen und fallen in das vermeintliche Gruppenkonzert ein. Das trägt oftmals zu unserer Belustigung bei. Zudem hört man den Vierbeiner noch sehr oft weinen. Diese Lautäußerung ist ein Überbleibsel aus der Welpenzeit. Es dient meist dazu, Rudelmitglieder - also auch uns Menschen - auf etwas aufmerksam zu machen. Es gibt Hunde, die häufiger weinen als bellen, wenn sie zum Beispiel hinaus wollen oder um Futter betteln. Das Knurren ist allseits bekannt, auch ein zufriedenes Grunzen hat schon jeder Hundebesitzer gehört, der seinem Liebling das Fell krault. Wichtig ist auch hier zu wissen, dass die unterschiedlichen Laute bei jedem Racker eine unterschiedliche Bedeutung haben und im Zusammenhang mit der Situation und Körpersprache zu interpretieren sind. Sehr viele Gesellen knurren zum Beispiel im Spiel. Sie sind dabei keineswegs aggressiv, während andere wiederum durch Knurren ihre Beute verteidigen und die Drohung dann auch durchaus ernst meinen.

Unerwünschtes Bellen

Bis zu 35 Prozent aller Verhaltensprobleme bei Hunden haben mit übermäßigem Bellen zu tun. In Städten stellt dies ein größeres Problem dar als auf dem Land. Schließlich ist ein durchschnittlich lautes Bellen auch bei geschlossenem Fenster noch deutlich zu hören. Obwohl jeder Vierbeiner dieses unerwünschte Verhalten zeigen kann, so ist bei einigen Rassen eine verstärkte Tendenz zu beobachten. Beagle, Cocker Spaniel, Collie, Dackel, Dalmatiner, Zwergschnauzer und Yorkshireterrier sind sehr "gesprächig". Meist jedoch kann man dieses Problem recht gut in den Griff kriegen. Doch gilt es immer, den Grund für das häufige Bellen herauszufinden.

Was tun?

Man sollte zunächst beobachten, in welchen Situationen das Tier bellt und welche Auslöser fest zustellen sind. Mögliche Ursachen sind das Heischen nach Aufmerksamkeit, Spielbereitschaft, Einsamkeit, Trennungsangst, aber auch ernsthafte Erkrankungen. Typische Stimuli, die das Bellen auslosen, sind bellende Artgenossen, heulende Sirenen, fahrende Autos oder spielende Kinder.

Schlaflose Nächte

Bellt der Rabauke nachts, weil er Aufmerksamkeit erregen mochte, ist die beste Methode, ihn zu ignorieren. Auch eine Strafe würde der Störenfried in diesem Fall als Aufmerksamkeit werten und somit sein Bellen als erfolgreich "speichern". Dies bestärkt ihn in seinem Verhalten. Auch wenn Sie so einige schlaflose Nächte in Kauf nehmen müssen, so merkt ihr Lehrling doch recht schnell, dass er mit seinem Geschrei nichts erreicht. Sie müssen aber eisern durchhalten.

Was Hänschen nicht lernt...

Wichtig ist, das unerwünschte Bellen schon beim ganz jungen Hund konsequent zu unterbinden. Er soll lernen, dass ein kurzes Lautgeben in Ordnung ist, wenn die Türglocke klingelt. Er darf aber nicht zehn Minuten bellen. Übermäßiges Bellen wird sehr oft schlimmer, wenn der Vierbeiner in die Jahre kommt. Hier muss man nachsichtig sein. Meist hängt diese Unart mit beginnender Blindheit und somit Unsicherheit zusammen. Auch Verschleißerscheinungen bzw. Stoffwechselveränderungen im Gehirn bringen den Hund dazu, mehr zu bellen.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

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