FASTENTAGE SIND ÜBERHOLT

EIN HERZ FÜR TIERE - 02/2002

Fütterung beim Hund

Viele alte Züchter und erfahrene Hundehalter empfehlen immer noch, den Hund einen Tag in der Woche fasten zu lassen. An diesem Tag soll der Hund nur Wasser zu sich nehmen. Dieser Fastentag ist aber völlig unnötig. Bei allem Respekt vor der Erfahrung dieser Menschen: Was man über Jahrzehnte oder Jahrhunderte praktiziert hat, muss deshalb noch nicht richtig und sinnvoll sein. Schließlich glaubte man über Jahrhunderte auch, dass die Erde eine Scheibe sei.

Hungern muss nicht sein

Die Anhänger des Fastentages führen zur Verteidigung des Fut­terentzugs an, dass der Fastentag den Darm reinigen würde. Nach den Erkenntnissen moderner Ernährungswissenschaft ist das blanker Unsinn. Es gib keine so genannte „Darmreinigung“. Ein anderes Argument, mit dem die Verfechter des Fastentages gerne ins Wortgefecht ziehen ist, dass Wölfe, die Vorfahren der Hunde, oft tagelang nichts zu fressen bekommen, um sich dann den Wanst voll zu schlagen. Doch das tun Wölfe nur, wenn nicht genügend Nahrung vorhanden ist, In der Regel versucht auch das Wolfsrudel, jeden Tag etwas zu fressen.

Ein Fastentag macht nur dann Sinn, wenn der Hund unter Erbrechen oder Durchfall leidet. Auch hierbei geht es nicht um die „Darmreinigung“, sondern darum, dass die Schleimhaut des Verdauungstraktes nicht weiter gereizt wird. Auch der Hund selbst beschließt hin und wieder mal, nichts zu fressen, meist steckt ein leichtes Unwohlsein dahinter. Zeigt er keine anderen Symptome und frisst er am nächsten Tag wieder, muss man sich über seine Appetitlosigkeit keine Gedanken machen. Ansonsten sollte man allerdings zum Tierarzt gehen.

Individuelle Fütterung

Ein normal großer Familienhund sollte einmal täglich zur gleichen Zeit gefüttert werden. Für extrem kleine Hunde oder Hunde, die zu den Riesenrassen gehören, ist eine Fütterung zweimal täglich bekömmlicher. Die Zwerge sollten zweimal gefüttert werden, weil sie für ihre Größe relativ viel

Energie verbrauchen. Den Riesen bekommen kleinere, aber häufigere Mahlzeiten besser, weil ihr Verdauungstrakt verhältnismäßig kurz und sehr sensibel ist.

Häufiger als einmal täglich sollten auch tragende Hündinnen ab der zweiten Hälfte der Trächtig­keit und Hündinnen, die Welpen säugen, gefüttert werden. Denn bei der trächtigen Hündin nehmen die Babys so viel Platz im Bauch für sich in Anspruch, dass in den Magen der Hündin auf einmal gar nicht mehr so viel Futter passt, wie sie braucht.

Grundregeln fürs Füttern

Und die säugende Hündin benötigt viel Energie, um die Milch für die Welpen bilden zu können. Auch für Hunde, die außergewöhnliche Leistungen erbringen müssen, z.B. Schlittenhunde, können mehrere Mahlzeiten täglich angebracht sein.

Immer sollten Sie folgende Grundregeln beherzigen: Füttern Sie den Hund immer zur gleichen Zeit, dann kann sich sein Verdau­ungstrakt auf die Mahlzeit einstellen. Die festen Futterzeiten haben auch einen erzieherischen Sinn. Wenn Sie sich konsequent an sie halten und dem Hund nichts zwischendurch zustecken, wird er auch bald das lästige Bet­teln aufgeben oder es gar nicht erst anfangen.

Das Futter sollten Sie niemals frisch aus dem Kühlschrank servieren. Nach einer halben Stunde räumen Sie den Futternapf weg, gleichgültig ob der Hund alles aufgefressen hat oder nicht. Mit dieser Maßnahme erreichen Sie zwei Dinge: das Futter kann im Napf nicht verderben und gerade die heiklen Schleckermäuler werden zu einer zügigen Futteraufnahme erzogen. Und füttern Sie nicht zu viel - ein Dickerchen kann nicht in Ihrem Interesse sein.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

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