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GELIEBTE KATZE - 02/2002 FIP – Feline Infektiöse Peritonitis von Barbara Welsch, Tierärztin Was ist eigentlich FIP? Die Feline Infektiöse Peritonitis (deutsch: ansteckende Bauchfellentzündung) ist eine unheilbare, tödliche Infektionskrankheit, die von Viren aus der Familie der Coronaviren ausgelöst wird. Es gibt sehr viele Coronaviren. Einige sind harmlos, andere verursachen Durchfälle und einige wenige sind für FIP verantwortlich. Heutzutage gehen Wissenschaftler davon aus, dass es sich beim FIP-Virus um ein mutiertes Coronavirus handelt. Das bedeutet, dass sich die Katze mit einem harmlosen Coronavirus infiziert und dieses erst in ihrem Körper zum gefährlichen FIP-Virus wird. Zu der schweren Erkrankung selbst kommt es aber nicht nur durch das Virus, sondern auch durch Reaktionen des körpereigenen Immunsystems. Gelingt es dem Immunsystem nicht, das Virus zu zerstören, richten sich seine Kräfte gegen die Katze selbst. Es verursacht Entzündungen der Blutgefäße im ganzen Körper. Der Name „ansteckende Bauchfellentzündung“ ist übrigens irreführend, weil die Entzündung die Blutgefäße aller Organe betreffen kann. Nur bei der klassischen „nassen Form“ der FIP ist vor allem das Bauchfell betroffen und die Bezeichnung gerechtfertigt. Die wichtigsten FIP-Symptome Man unterscheidet grob zwei Formen der Erkrankung, die „nasse Form“ und die „trockene Form“ der FIP. Die nasse Form der FIP ist verantwortlich für den Namen der Krankheit, weil diese Form tatsächlich mit einer schweren Entzündung des Bauchfells einhergeht, die letztendlich zu einer Bauchwassersucht führt. Die Katze bekommt dann eine birnenförmige Figur: Im Gegensatz zu ihrem abgemagerten Körper ist der Bauch dick und mit Flüssigkeit gefüllt. Andere Symptome der nassen Form sind Apathie, hohes Fieber und Abmagerung. Bei der trockenen Form der FIP fehlt das markante Symptom des aufgetriebenen Leibes. Katzen mit dieser Form der Krankheit sind antriebsarm, appetitlos, magern ab und haben häufige Fieberschübe. Etwa die Hälfte der Tiere leidet zudem unter Störungen des Nervensystems und der Augen. Diese Tiere können orientierungslos wirken, Lähmungen haben oder auch überempfindlich und ungewöhnlich aggressiv auf Reize reagieren. Sehr häufig nimmt die Leber dieser Katzen schweren Schaden und die Tiere entwickeln als Folge hiervon eine Gelbsucht. Doch ein wirklich typisches Symptom der trockenen FIP gibt es nicht, so dass die Diagnose nie absolut sicher gestellt werden kann. Zwischen diesen beiden Formen gibt es unendlich viele Variationen von Mischformen, bei denen sowohl die Symptome der nassen als auch der trockenen Form auftreten. Bei der trockenen Form und den Mischformen der FIP kann eine eindeutige Diagnose oft erst nach dem Tode und der anschließenden Obduktion der Katze gestellt werden. Was leistet der FIP-Test? Leider kann auch der FIP-Test keine eindeutige Antwort auf die Frage geben, ob die Katze nun an FIP erkrankt ist oder nicht. Denn der Test ist nur in der Lage einen Befall mit Coronaviren nachzuweisen. Er unterscheidet nicht zwischen harmlosen Durchfallerregern und dem tödlichen FIP-Virus. Nur in Zusammenhang mit den klinischen Symptomen und anderen veränderten Blutwerten kann der Test eine Verdachtsdiagnose erhärten: Treten die hohen FIP-Titer gemeinsam mit den beschriebenen Symptomen auf, ist die Wahrscheinlichkeit einer FIP-Erkrankung hoch. Diese Unsicherheit des Tests hat aber auch etwas Tröstliches, denn viele Katzen haben zwar hohe „FIP-Titer“ müssen aber nicht an FIP erkranken. Tatsächlich geht man davon aus, dass rund 80% aller Katzen Kontakt mit Coronaviren hatten, aber nur wenige bekommen FIP. Wie behandelt man FIP? FIP ist nach wie vor eine unheilbare und tödliche Krankheit. Doch da die Diagnose selten eindeutig gestellt werden kann, lohnt sich manchmal ein Behandlungsversuch - schließlich kann die Katze ja auch unter einer anderen heilbaren (!) Krankheit leiden. Der Tierarzt wird bei einer unsicheren Diagnose nach anderen Ursachen suchen und in der Zwischenzeit die Katze symptomatisch behandeln. Das heißt, er versucht die Leiden der Katze zu lindern und die Symptome in den Griff zu bekommen. Falls es ihm nicht gelingt, andere Ursachen für die Erkrankung zu finden, und die Katze auf die Behandlung nicht anspricht, wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie an FTP erkrankt ist, immer höher und der Katzenhalter sollte aus Liebe zum Tier eine Einschläferung erwägen. Warum hört man immer wieder von Heilungen? Bei diesen Geschichten von wundersamen Heilungen bei FIP-Katzen handelt es sich meist um Verwechslungen. Diese Katzen litten wohl nicht an FIP, sondern an einer anderen schweren Krankheit und hatten gleichzeitig einen hohen FIP-Titer, der die Diagnose FTP nahe legte. Tatsächlich gibt es bis heute keinen einzigen glaubwürdigen Bericht über die Heilung von FIP. Wie schützt man seine Katze vor FIP? Katzen stecken sich bei anderen Katzen und deren Ausscheidungen an. Insbesondere im Kot kranker Katzen können sich sehr viele Coronaviren befinden. Gerade wenn mehrere Katzen in einem Haushalt leben, sollte also auf saubere Katzentoiletten geachtet werden. Am besten ist es, wenn jeder Katze eine eigene Toilette zur Verfügung steht. Prinzipiell sollten nicht zu viele Katzen auf einem Fleck bzw. in einer Wohnung gehalten werden, denn diese „Überbevölkerung“ stresst die Tiere und macht sie anfällig für FIP, aber auch andere Krankheiten. Ist eine Katze im Haushalt an FTP gestorben, sollten die Katzenhalter alles Katzenzubehör der kranken Katze entsorgen, alle Räume gründlich reinigen und falls möglich desinfizieren. Trotz all dieser Maßnahmen sollten Sie noch zwei Monate abwarten, bevor Sie sich eine neue Katze ins Haus holen. Denn das Virus ist lange lebensfähig und könnte den Neuankömmling infizieren. Es gibt eine Impfung gegen die Krankheit, die aber nicht zu hundert Prozent schützt. Der Impfstoff wird im Gegensatz zu den anderen Impfungen nicht injiziert, sondern in die Nase der Katze geträufelt. Die Nase gilt allgemein als Eintrittspforte für Coronaviren. Dort soll der Impfstoff die Abwehr der Nasenschleimhaut aktivieren, damit sie Coronaviren abfängt und vernichtet, bevor diese in den Körper der Katze gelangen. Katzen mit einem funktionstüchtigen Immunsystem sind besser gegen die Krankheit gefeit als geschwächte Tiere. Stärken können Sie das Immunsystem Ihrer Katze, indem Sie Ihr Tier mit Impfungen gegen Infektionskrankheiten schützen und Parasiten bekämpfen, bevor sie ihr schaden können. Eine katzengerechte Fütterung und Haltung. sind Voraussetzung für ein leistungsfähiges Immunsystem Ihres Stubentigers. |
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Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster |
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