KASTRATION FREILAUFENDER KATZEN:HÖCHSTE ZEIT - DER FRÜHLING IST DA!

WDR - Newsletter der ServiceZeit Tiere suchen ein Zuhause vom 25.03.2002

Die Fruchtbarkeit der Katzen ist legendär: Schon die Ägypter stellten ihre Fruchtbarkeitsgöttin in Gestalt einer Katze dar. Rein rechnerisch können aus einem Katzenpaar in zehn Jahren, wenn sich auch die Welpen immer weiter vermehren, 80 Millionen Katzen hervorgehen... Weibliche Katzen werden alle vier bis sechs Wochen "rollig", d.h. empfängnisbereit, und sie sind zwei Monate trächtig, bevor die Katzenwelpen (im Durchschnitt etwa vier, es können aber auch mehr sein) zur Welt kommen.

Mag auch im Einzelfall der Nachwuchs einer geliebten Hauskatze auf Begeisterung in der ganzen Familie stoßen... meist sieht die Realität für die Katzenwelpen ganz anders aus: Niemand will sie haben, sie werden brutal getötet oder ausgesetzt und verwildern dann. Und das wilde Katzenleben ist kein angenehmes Schicksal: Es drohen Infektionskrankheiten wie Katzenleukose und andere, für die Katze unberechenbare Gefahren: Leicht werden sie von einem Auto überfahren - oder von einem Jäger erschossen. Das kann auch umherstreifenden Hauskatzen passieren - denn alle unkastrierten Katzen streifen auf der Suche nach Partnern weit umher.

Gründe genug, an eine Kastration der Katzen zu denken - denn eine Katze auf Partnerschaftssuche ist im Vergleich zu einem Hund kaum unter Kontrolle zu halten, vor allem, wenn sie Freigängerin ist!

Die Begriffe "Kastration" und "Sterilisation" werden häufig verwechselt, viele meinen, mit "Kastration" sei grundsätzlich ein Eingriff beim männlichen Tier gemeint, mit "Sterilisation" ein Eingriff beim weiblichen Tier - was so nicht stimmt:

Die Sterilisation ist der "kleinere" Eingriff und bei weiblichen und männlichen Tieren möglich. Es werden lediglich die Samenstränge (beim männlichen Tier) bzw. Eileiter (beim weiblichen Tier) abgebunden oder durchtrennt. Dadurch werden die Tiere unfruchtbar, aber alle hormonell gesteuerten Verhaltensweisen bleiben erhalten. In der Regel führen Tierärzte diese OP nicht durch.

Die Kastration ist der "größere", aber der Standard Eingriff. Es werden die Keimdrüsen (beim weiblichen Tier die Eierstöcke, beim männlichen Tier die Hoden) herausoperiert. Dadurch werden die Tiere nicht nur, wie bei der Sterilisation, unfruchtbar, sondern das gesamte vom Fortpflanzungstrieb bestimmte Verhalten (nächtliche Jaulkonzerte, Rolligkeit, starker Geruch des Katerurins usw.) fällt weg.

Die Kastration hat als Nebeneffekt eine gesundheitsfördernde Wirkung, denn das Risiko der Tiere, hormonabhängige Erkrankungen wie z.B. Gesäugetumore, Gebärmutterkrebs, Prostataerkrankungen oder Hodenkrebs zu bekommen, sinkt durch die Entfernung der Keimdrüsen. Auch die Kastration ist nicht ganz ohne Nachteile, aber sie halten sich in Grenzen: Die Tiere werden unter Umständen schneller dick, und es kann sich Harnstein im Urin bilden. Dagegen kann man leicht etwas tun, und zwar, indem man der Katze nur bestimmte, darauf zugeschnittene Futtersorten gibt. Welche in Frage kommen, weiß der Tierarzt.

Das Thema "Kastration von Haustieren - pro und contra" wird unser nächstes Expertenthema Anfang April 2002.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

| zurück | zurück zur Übersicht | zurück zum Seitenanfang |