TIPPS FÜR EINEN KATZENSICHEREN GARTEN

WDR - Newsletter der ServiceZeit Tiere suchen ein Zuhause vom 16.04.2002

Streifzüge durch die Natur sind das Größte für Katzen - aber leider in unserer dichten, auf den Menschen zugeschnittenen Umgebung sehr gefährlich geworden: Inzwischen ist die häufigste Todesursache bei jungen Katzen nicht mehr Erkrankungen, sondern, dass die Tiere vom Auto überfahren werden.

Nicht wenige Katzenfreunde, deren Wohnung oder Haus in einer Gegend mit viel Straßenverkehr liegt, würden ihre Tiere deshalb am liebsten ein ganzes Katzenleben lang in der Wohnung halten. Das kann auch gehen - wenn die Katzen es von der Welpenzeit an nie anders gewohnt waren und sie zudem als Katzenwelpen möglichst früh gleich gute Erfahrungen mit Menschen machen.

Schwieriger wird es allerdings bei Katzen, die einmal die Freiheit draußen genossen haben. Sie können sich dann kaum noch an ein reines Wohnungsleben gewöhnen. Gut dran sind alle Katzenhalter, die über einen Garten verfügen. Denn den Garten oder zumindest einen Teil davon kann man mit einfachen Mitteln selbst katzensicher umzäunen und das Innere so interessant für die Katzen gestalten, dass sie kaum etwas vermissen.

Der Zugang zum Garten kann vom Erdgeschoss oder Keller aus mit einer Katzenklappe erfolgen. Das ist für alle Beteiligten am praktischsten; Sie müssen die Tiere nicht dauernd herein- und herauslassen, und die Tiere sind dann auch wirklich unabhängig von Ihnen und können kommen und gehen, wann es ihnen gefällt.

Wichtig ist dann zunächst einmal die Umzäunung des Gartens oder Gartenteils. Sie muss so hoch sein, dass die Katzen nicht darüber springen können, also etwa 1,50 bis 2 m. Achten Sie auch darauf, dass gegenüber der Umzäunung keine hohen "Absprungmöglichkeiten" (zum Beispiel Äste) sind.

Die Bestandteile der Umzäunung bekommen Sie in jedem Baumarkt: Sie brauchen einen nicht zu grobmaschigen Draht, den Sie über mehrere Eck- und vielleicht auch Zwischenposten spannen. Am besten kaufen Sie solche, die am oberen Ende noch eine schräge Winkelung nach innen haben. Dadurch verhindern Sie noch mehr, dass die Katzen über den Zaun springen können, und der Zaun braucht dann auch nicht ganz so hoch zu sein.

Mit einer ähnlichen Schrägen-Lösung können Sie auch verhindern, dass Katzen zu weit in die Bäume hochklettern (und dabei Vogelnester ausrauben oder aus dem Grundstück springen...!). Sie befestigen in der gewünschten Höhe mehrere von unten aus schräg nach oben weisende Winkel und bespannen sie ebenfalls mit Draht.

Was die Bepflanzung angeht, so mögen Katzen neben echten (und wie gesagt, ab einer gewissen Höhe: abgeschirmten!) Bäumen vor allem höhere Gräser, die sie durchstreifen können, aber auch Büsche, die nicht nur ein spannendes "Innenleben" haben, sondern an heißen Sommertagen auch wunderbar Schatten spenden.

Vorsicht: Einige Pflanzen sind giftig für Katzen - und das kann gerade bei neugierigen Katzen ganz schnell schief gehen...!!! Folgende Pflanzen sollten Sie deshalb auf keinen Fall im Katzengarten (und auch nicht direkt angrenzend) haben:
Aronstab, Becherprimel, Brennender Busch, Dieffenbachie, Eibe, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, Glyzine, Goldregen, Herbstzeitlose, Kermesbeere, Krausblättriger Nachtschatten, Maiglöckchen, Oleander, Raute, Tränendes Herz und Wunderbaum!

Außerdem sollten Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten und auch alle anderen möglicherweise gefährlichen Mittel aus dem Garten heraushalten: Farben, Lösungsmittel oder auch andere chemische Mittel haben im Katzengarten natürlich nichts zu suchen!

Was besonders Details des Gartens angeht, da ist Ihre Fantasie gefragt:
Einige Vorschläge zur Anregung:

  • Holzpflöcke an den Reviergrenzen: Die werden ganz besonders gern von unkastrierten Katern benutzt, die an diesen markanten Stellen mit Begeisterung ihr Revier markieren.

  • Verschieden hohe Beeteinfassungen aus Holzpflöcken. Jede Katze setzt sich von Zeit zu Zeit gerne mal auf eine erhöhte Stelle, um so den Überblick zu bekommen, was drum herum los ist.

  • Steinfliesen oder auch Kieselflächen werden von Katzen gern als Ruhe- und Faulenz-Plätze genutzt - vor allem im Sommer, wenn die Steine die Sonnenwärme aufgenommen haben.

  • Geflochtene Körbe, die Sie in verschiedener "Sprunghöhe" gut an Baumstämmen befestigen können - der optimale Aussichts- und Ruheplatz für Katzen.

Eine "kleine Variante" des katzensicheren Gartens lässt auch einrichten, wenn man in einer Etagenwohnung wohnt und einen Balkon hat. Das Wichtigste dabei ist: Der Balkon wird mit einem Sicherheitsnetz eingegrenzt, damit die Katzen nicht herunter springen oder -klettern und so doch noch auf die Straße gelangen können. Auch auf dem Balkon kann man unschön aussehende Gitter- oder Netzflächen teilweise mit Kletterpflanzen bewachsen lassen und so viel schöner aussehen lassen. Die "Inneneinrichtung" des Balkons hängt dann natürlich von der Größe ab. Ein Kletter- und Kratzbaum mit mehreren Etagen gehört auf jeden Fall dazu; vielleicht können Sie auch zwei davon mit einer Röhre zum Durchkriechen verbinden. Achten Sie darauf, dass es auch schattige Plätzchen für die Katzen gibt - und vergessen Sie nicht, Ihre Lieblingsstühle auf den Balkon zu stellen. Auf denen liegen die Katzen nämlich auch sehr gerne.

Die Liste der giftigen Pflanzen und einige andere praktische Hinweise sind dem Abschnitt "Sicherheit im Freien" / "Probleme bei freilaufenden Katzen" aus dem sehr informativen und umfassenden Buch "Naturgemäße Katzenhaltung" von Bruce Fogle, BLV Verlagsgesellschaft München, ISBN 3-405-15675-0 entnommen.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

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