KRANKHEITEN DURCH PILZE

GELIEBTE KATZE - 01/2002

Gefährdet sind geschwächte Tiere

Neben den bekannten Erkrankungen durch Hautpilze gibt es auch die weit gefährlicheren Pilzinfektionen der inneren Organe. Beiden Pilzerkrankungen ist gemeinsam, dass sie nur Tiere mit einer schwachen Abwehr befallen.

Hautpilze

Am häufigsten sind Infektionen mit dem Hautpilz Microsporum canis (ca. 98% aller Fälle). Dieser Pilz ist bei Katzen weit verbreitet, aber nur bei den wenigsten verursacht er Hautveränderungen. Das Abwehrsystem der meisten Katzen ist stark genug, um diesen Erreger in Schach zu halten. Sie tragen die Pilzsporen zwar in ihrem Fell herum, doch man sieht ihnen den Befall nicht an. Anders ist es bei Katzen, deren Immunsystem geschwächt ist oder deren Haut bereits z. B. durch Parasiten geschädigt ist. Microsporum canis kann zudem nicht nur Katzen, sondern auch andere Tiere und Menschen befallen.

Nicht jede Katze zeigt Symptome

Bei geschwächten Tieren kann der Pilz Hautkrankheiten unterschiedlichen Schweregrades auslösen. Vom relativ harmlosen Haarbruch über Haarausfall bis zu schweren Entzündungen der Haut ist alles drin. Die Symptome sind nicht eindeutig. Stumpfes abgebrochenes Haar, kahle Stellen, fettige Schuppen, Juckreiz und Entzündungen können auch auf andere Hautkrankheiten hinweisen. Selten geworden ist die „klassische“ Ringflechte, bei der eine kreisrunde, kahle Stelle von einem roten, entzündeten Saum umgeben ist. Um die Pilze festzustellen, muss der Tierarzt Proben von Haut und Haar unter dem Mikroskop untersuchen und eine Pilzkultur anlegen. Steht die Diagnose Hautpilz fest, müssen alle Katzen, aber auch alle anderen Tiere im Haushalt mit den vom Tierarzt verschriebenen Medikamenten behandelt werden, denn es können sich unter den scheinbar Gesunden symptomlose Träger des Pilzes befinden. Außerdem müssen alle Gegenstände, die mit der Katze in Berührung kommen, besonders gründlich gereinigt werden. Insbesondere alle Tierhaare müssen regelmäßig entfernt werden. Trotz aller Sorgfalt kann es lange dauern, bis der Pilz endgültig entfernt ist. Man muss mit  mindestens acht Wochen rechnen, sind die Krallen der Katze infiziert, kann es gar bis zu einem Jahr dauern. Wichtig ist, dass man Behandlung und Hygieneprogramm konsequent verfolgt, sonst kommt es immer wieder zu Reinfektionen und man wird den Pilz nicht mehr los. Außerdem ist es natürlich auch wichtig, herauszufinden, warum das Immunsystem der Katze zu schwach für die Abwehr der Pilze war.

Pilzerkrankungen der inneren Organe

Hautpilze sind zwar unangenehm, aber sie bedrohen normalerweise nicht das Leben der Katze. Anders die Pilze, die sich in den inneren Organen der Katze einnisten können, wie Hefe- und Schimmelpilze und Kryptokokken. Diese Krankheiten sind jedoch sehr selten. Wie Hautpilze kommen sie nur bei geschwächten Tieren zum Ausbruch. Insbesondere Katzen mit FIV-Infektion, einem Mangel an Abwehrzellen und mit Diabetes mellitus sind gefährdet. Außerdem können lang andauernde Behandlungen mit Antibiotika, Kortisonpräparaten und Zytostatika (Medikamente, die Krebserkrankungen in Schach halten) einen Befall mit Pilzen begünstigen. Gerade bei chronischen Krankheiten ist deshalb die ständige Kontrolle des Gesundheitszustands der Katze durch den Tierarzt dringend erforderlich.

Die Symptome, die die Pilze verursachen, sind leider nicht eindeutig. Meist befallen sie die Atemwege oder den Darm der Katze. Wochenlang anhaltender, oft einseitiger Nasenausfluss in Verbindung mit einer geschwollenen Nase und tränenden

Augen kann ein Anzeichen für eine Kryptokokkose sein. Die Kryptokokken können von der Nase ins Gehirn und in die Lunge wandern. Im Gehirn verursachen sie Symptome wie Niedergeschlagenheit, Bewegungs- und Koordinationsstörungen oder sogar Lähmungen. In der Lunge lösen sie schwere Lungenentzündungen aus. Ist die Kryptokokkose bereits so weit fortgeschritten, stehen die Chancen der Katze schlecht. Sie muss mindestens über sechs Monate mit einem Antipilzmittel behandelt werden. Trotz der langen Behand­lungszeit kann es immer wieder zu Rückfällen kommen.

Keine eindeutigen Symptome

Auch die von Schimmelpilzen verursachte Aspergillose betrifft vor allem die Atemorgane. Rasch und schwer verlaufende Aspergillosen treten vor allem bei jungen Katzen auf. Die Krankheit äußert sich durch Symptome wie Schwäche, Appetitlosigkeit, erhöhte Temperatur und erschwerte Atmung. Schimmelpilze können aber auch den Darm befallen und Durchfall, Erbrechen, verbunden mit einer starken Abmagerung, hervorrufen.

Vor allem den Darm greifen Hefepilze wie Candida albicans an. Es kommt zu schweren Darm-entzündungen mit Durchfall und Erbrechen. Doch sind die Hefepilze nicht auf den Darm beschränkt. Sie lösen auch Entzündungen der Mundschleimhaut und der Harnwege aus und können außerdem zu Lungenentzündungen führen.

Da alle Pilzerkrankungen keine typischen Symptome verursachen, kann der Tierarzt immer nur eine Verdachtsdiagnose stellen. Um seine Diagnose zu erhärten, muss er Proben auf das Vorhandensein von Pilzen untersuchen.

Langwierige Behandlung

Die Behandlung aller Infektionen durch Pilze ist langwierig und erfordert vom Katzenhalter viel Geduld und Konsequenz. Trotzdem kann niemand versprechen, dass die Katze geheilt wird. Um so wichtiger ist die Vorsorge und die besteht vor allem in einer katzengerechten Fütterung und Haltung. Denn die sind die Voraussetzung dafür, dass das Immunsystem stark genug bleibt, den Angriffen der Pilze zu trotzen.

 

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