|
|
|
|
|
|
|
|
|
EIN HERZ FÜR TIERE - 01 / 2002 Hautkrankheiten durch Pilze von Barbara Welsch Hautpilze sind weit verbreitet. Nicht immer sieht man einem Tier an, ob es infiziert ist oder nicht. Wird ein Tier aber krank, müssen alle Tiere im Haushalt, manchmal auch die Menschen konsequent behandelt werden. Sonst wird man die Schmarotzer nicht mehr los. Wer zuerst den Pilz hatte und alle anderen angesteckt hat, kann meist genauso wenig beantwortet werden wie die Frage, wer zuerst da war, die Henne oder das Ei. Denn nicht jedem Tier, das Pilze hat, sieht man das auch an. Tatsächlich muss in der Regel das Immunsystem des Tieres geschwächt sein, damit es auch erkrankt und Symptome zeigt. Hautpilze ernähren sich von Hornsubstanz. Sie Lösen das Horn aus den Haaren und den oberen Hautschichten heraus. Dabei zerstören sie die Struktur von Haut und Haar. Das Haar wird stumpf und bricht. Auf der Haut bilden sich runde, kahle Stellen, die von einem schmalen roten Entzündungssaum umgeben sind. Die Haut kann schuppig werden und jucken. Nur Ratten sind selten betroffen Häufig findet man diese Stellen zuerst im Gesicht und an den Ohren. Tatsächlich kann es aber an jeder Körperstelle und bei jedem Tier und auch beim Menschen zu Pilzbefall kommen. Nur Ratten scheinen verhältnismäßig immun gegen Hautpilze zu sein. Bei ihnen stellt der Tierarzt nur äußerst selten einen Pilzbefall fest. Anstecken können sich die Tiere und der Mensch überall, Hund und Katze über den Kontakt zu infizierten Tieren und über Pflegeutensilien wie Bürsten und Kämme. Kleintiere, wie Meerschweinchen und Kaninchen, können sich auch überschlechtes Heu anstecken. Gutes Heu erkennt man am angenehmen Geruch nach Kräutertee. Es sollte nicht ausgebleicht erscheinen und nicht muffig riechen. Da hauptsächlich Tiere mit einem schwachen Immunsystem von Pilzen befallen werden, ist es wichtig, die körpereigene Abwehr zu stärken. Dafür braucht man nicht unbedingt Pillen, Tropfen und Pülverchen. In der Regel reichen eine tiergerechte Haltung und Fütterung, regelmäßige Impfungen und ein konsequenter Schutz gegen Parasiten, wie Flöhe, Zecken und Würmer, aus. Auch Fellpflege zählt zu den Vorbeugemaßnahmen gegen Hautpilze. Lose Haare oder Filzplatten im Fell sind Pilz-Brutstätten. Insbesondere, wenn das Fell nicht richtig trocken wird, z.B. in Käfigen mit feuchter Einstreu. Mit 6-8 Wochen Pilzkur muss man rechnen. Trotz perfekter Pflege und pieksauberer Haltung kann sich ein Tier Hautpilze „holen“. Ist eines Ihrer Tiere von Pilzen befallen, müssen Sie sich auf eine lange Behandlungsdauer einstellen. je nach Schwere des Falles kommen mehrere Medikamente in Form von Bädern, Salben und Tabletten zum Einsatz. Es gibt auch eine Impfung gegen den Pilzbefall, sie kann vorbeugend und unterstützend eingesetzt werden. Sie reicht allerdings nicht als einzige Behandlungsmethode aus, sondern nur in Kombination mit den anderen Medikamenten. In einfachen, leichten Fällen kann es drei Wochen dauern, bis man den Pilz bei konsequenter Behandlung wieder los ist. In der Regel müssen Sie aber mit sechs bis acht Wochen rechnen und wenn die Krallen Ihres Tieres von Pilzen befallen sind, sogar bis zu einem Jahr. Wichtig ist, dass alle Tiere im Haushalt mitbehandelt werden. Auch dann, wenn sie keine Symptome zeigen. Pflegeutensilien, Käfige und Zubehör müssen nun besonders gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Herumfliegende Tierhaare müssen Sie nun noch sorgfältiger entfernen als sonst, denn an ihnen können Pilzsporen kleben, mit denen sie selbst infiziert werden können. Entdecken Sie auch bei sich selbst kreisrunde schuppende und juckende Stellen, suchen Sie rasch einen Hautarzt auf, denn dann haben die Pilze auch Sie erwischt. |
|
|
|
INFO – Vorbeugen gegen Hautpilz Hundertprozentigen Schutz vor Pilzinfektionen gibt es nicht. Doch können Sie das Risiko erheblich senken. • Futter muss artgerecht sein, informieren Sie sich z. B. aus Fachbüchern, welche Bedürfnisse Ihr Tier wirklich hat. Viele Leckereien sind als Hauptfutter ungeeignet. • Haltung Tiere, die nicht tiergerecht gehalten werden, stehen unter Stress und Stress schwächt das Immunsystem. Jede Tierart hat andere Bedürfnisse, doch grundsätzlich gilt, dass Käfige nicht zu klein sein dürfen, an einem ruhigen Ort stehen sollen, dem Tier Versteck- und Spielmöglichkeiten bieten sollen, die Luft in einem Raum, in dem die Tiere leben, frisch und nicht etwa verraucht sein soll und dass gesellige Tiere immer Kontakt zu Artgenossen haben sollen. Hunde brauchen vor allem die Zuwendung ihrer Besitzer und genügend Bewegung, Katzen ein ruhiges Plätzchen, auf das sie sich zurückziehen können. • Hygiene Sauberkeit ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um Hautpilzen vorzubeugen. Käfige müssen regelmäßig gereinigt werden. Faustregel ist: Je kleiner der Käfig und je mehr Tiere darin gehalten werden, desto öfter muss saubergemacht werden. Die Einstreu muss außerdem immer trocken sein (Pilze lieben Feuchtigkeit!). Muffig riechendes Heu oder müffelnde Einstreu müssen sofort weggeworfen werden. Pflegeutensilien wie Bürsten oder Putzhandschuhe sollten Sie niemals gebraucht kaufen und regelmäßig reinigen. |
|
|
|
Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster |
|
|