SO ZÄHMEN SIE IHREN WILDEN TIGER

EIN HERZ FÜR TIERE - 02/2002

Wenn Katzen ihre Menschen attackieren

von Ursula Birr

Füße und Hände sind die häufigsten Opfer von aggressiven Katzen, die plötzlich und unerwartet ihre Wutausbrüche am Menschen auslassen. Mittel dagegen gibt es viele. Probieren Sie ruhig alle aus.

 Benny wartet, bis seine Menschen aufgestanden und auf dem Weg ins Bad sind. Mal von einem Schrank aus, mal aus der Türecke, mal aus einem Regalversteck springt er gegen die nackten Beine oder die bloßen Schultern und verhakt sich mit Krallen und Zähnen. Genauso blitzschnell, wie er attackiert hat, ist er auch wieder verschwunden. Seine Dosenöffner sind ratlos, denn eigentlich ist Benny ein Schmusekater. Wie auch Pia, die ihre Angriffe allerdings ankündigt. Mit lautem Miauen macht sie auf sich aufmerksam, umstreicht die Beine und beißt urplötzlich zu

Wenn Urinstinkte ausbrechen

Alle Katzen werden mit einem gewissen Aggressionspotenzial, das sie zum Überleben brauchen, geboren. Schließlich sind sie Raubtiere, Revierverteidiger, äußerst temperamentvolle Hochzeiter. Die Kater liefern sich erbitterte Rivalengefechte, die Weibchen scheuen auch Angriffe gegen stärkste Gegner nicht, wenn ihre Babys in Gefahr sind. Alle diese Instinkte ruhen auch in unseren Haus- und Wohnungskatzen und wollen ausgelebt werden. Wo kein Artgenosse, keine Beute, kein Schützling als „Punching-Ball“ herhält, muss der Mensch dran glauben.

Ablenkung und Umkonditionierung

Die besten Mittel gegen solche Attacken aus dem Hinterhalt:

  • Verwirren Sie Ihre Katze. Ein Hartgummiball, der kräftig auf den Boden gestoßen wird und dann selbstständig auf und ab hüpft, lenkt genauso ab wie ein Plüschtier, das Sie weg von sich schleudern.

  • Schenken Sie Ihrem Streithammel ein großes weiches Plüschtier (ohne Augen und Nieten), mit dem Sie Scheinattacken durch­führen, bis die Katze dieses Untier regelrecht hasst.

  • Führen Sie regelmäßige Spielperioden ein, drei- bis viermal täglich je 5-10 Minuten, immer um die gleiche Uhrzeit. Lassen Sie Ihre Katze dann toben und heizen Sie sie gründlich auf. Ihre Attacken dagegen ignorieren Sie, wenden sich angewidert ab und lassen sich nicht provozieren.

  • Wenn Ihre Katze nur an bestimmten Orten angreift, stellen Sie dort in die Nähe eine gefüllte Wasserpistole oder Blumenspritze und duschen Ihre Angreiferin schweigend (!) ab.

  • Wenn die Attacken vorwiegend beim Kommen oder Gehen stattfinden, verlassen Sie ruhig und schweigend den Raum bzw. das Haus nach einem Angriff und geben Sie dem Tier die Chance, sich zu beruhigen.

  • Vermeiden Sie laute Worte, Strafen, aufgeregtes Anschreien, das stimuliert die Katze höchstens - statt sie zu beruhigen.

 

INFO - Attacken beim Spielen

Wenn Ihre Katze beim Spielen durchdreht und sich in Ihre Hände verbeißt oder mit den Krallen Ihre Arme malträtiert, brechen Sie das Spiel abrupt ab, stehen auf und entfernen sich von der Katze. Nach drei oder vier Abbrüchen hat sie kapiert, dass jeder ihrer Angriffe zum Ende der Spielerei führt, und wird genau das vermeiden wollen. Ähnlich handeln Sie, wenn Ihre Katze mitten in den Schmusestunden einen Wutanfall bekommt. Setzen Sie sie blitzschnell und derb auf den Boden und gehen Sie weg, das bringt sie zur Räson.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

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