TIPPS FÜR DIE KATZENSICHERE WOHNUNG

WDR - Newsletter der ServiceZeit Tiere suchen ein Zuhause vom 13.05.2002

Katzen sind Jäger, und das bleiben sie auch, wenn sie ihr ganzes Leben in der Wohnung verbringen und noch nie draußen waren: Der Jagdinstinkt, das Anschleichen, die auffallende Neugier und andere angeborene Katzenverhaltensweisen bleiben auch dann erhalten.
Die Wohnung als Jagdrevier!... das kann nur gut gehen, wenn der Mensch dafür sorgt, dass dieses Revier interessant - und sicher zugleich - ist. Gerade Menschen, die sich zum ersten Mal eine Katze anschaffen, unterschätzen die Gefahren, die den unternehmungslustigen Katzen in einer ganz normalen Wohnung drohen.
Hier sind unsere Tipps - sieben typische Gefahrenquellen und wie man sie vermeiden kann:

Todesfalle Fenster!
Wenn man ein ganz normales Fenster kippt, kann das für eine Katze ganz leicht zur tödlichen Falle werden. Die Katze ist ja interessiert an dem, was draußen vor sich geht, springt am Fenster hoch und versucht durch die gekippte Öffnung nach draußen zu kommen. Dabei kann sie aber in dem schrägen Spalt zwischen Fenster und Wand immer weiter nach unten rutschen, stecken bleiben und sich tödlich verletzen. Verzweifelte Versuche, sich aus der "Kippfalle" zu befreien, führen meist dazu, dass das Tier sich noch fester einklemmt. Nicht wenige Katzen sind so schon qualvoll gestorben.
Besonders gefährlich wird die Situation, wenn die Katzen sich selbst überlassen sind. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Tierschützer, die Katzen aus verlassenen Wohnungen befreien, kennen das leider nur zu gut und müssen immer wieder tote Katzen aus Kippfenstern bergen.
Neben dem Einklemmen birgt ein gekipptes Fenster noch eine andere Gefahr, die ebenfalls oft unterschätzt wird: Katzen können sich, wenn es ihnen gelingt, herauszuspringen, je nach Höhe und Lage (zum Beispiel über einer befahrenen Straße) ganz leicht tödlich verletzen. Die ungünstige "Absprungposition" erlaubt der Katze, anders als in der Natur, ja nicht, vorher die Lage in Ruhe zu sondieren (und Straßenverkehr einzuschätzen, ist für eine Katze ohnehin so gut wie unmöglich).
Es gibt sehr gute und leicht praktikable Lösungen für das Fensterproblem: Man setzt ein Gitternetz in Fenstergröße ein oder versieht das Fenster mit einer Kippsperre.
Fenstergitter für Standardgrößen gibt es im Tierfachhandel; man kann sie  aber mit einfachen Mitteln aus dem Baumarkt auch selbst anfertigen. Ein Metallrohrrahmen wird in Fenstergröße aus vier Rohrstücken verschweißt und mit einem handelsüblichen Katzengitternetz überzogen. Man öffnet - nachdem man sich vergewissert hat, dass die Katze gerade nicht im Zimmer ist - das Fenster weit, setzt den Rahmen ein und befestigt ihn mit mindestens zwei Schraubklemmen am Rahmen.
Der Kippschutz wird an der Umrandung des Fensters und dem Fensterrahmens befestigt. Die Idee ist ganz einfach: Das Fenster lässt sich noch kippen (bzw. auch normal öffnen), aber eben nicht mehr sehr weit. Dafür sorgt der Kippschutz, der schon wenigen Zentimetern des Öffnens einrastet. Je nach Bedarf kann man ihn verschieden weit einstellen - und, wenn die Katze nicht in der Nähe ist, auch mal ganz aushaken und das Fenster wieder normal öffnen.

Ungesicherte Wohnungstüren
Nicht wenige Katzen finden im Laufe der Zeit heraus, dass sich eine Tür im Grunde ganz einfach öffnen lässt... indem sie auf die Klinke springen oder daran ziehen - und dann ungehindert ins Treppenhaus und auf die Straße verschwinden können. Abhilfe ist hier ganz leicht: Man montiert die Klinke ab und setzt sie, um 90 Grad gedreht, also mit "Zeigerichtung" nach unten, wieder ein.
Genauso verfährt man mit Türen, die Zugang zu "gefährlichen Räumen" wie zum Beispiel einem Fotolabor mit den Chemikalien bieten.

"Kerze, Strom und Licht...
...sind für Katzen nicht", könnte man in Abwandlung eines Kinderreimes auch für Katzen sagen.
Eine flackernde Kerze kann eine gelangweilte Katze im Nullkommanichts dazu verleiten, ihre Jägerqualitäten beweisen und das Geflacker "fangen" zu wollen. Dabei kann sich die Katze natürlich böse verbrennen - und nicht nur dabei, sondern wenn sie, wohlig angekuschelt, neben dem Adventskranz einschläft. Man kann es nicht oft genug sagen: Katzen (und auch andere Tiere) nie mit offenem Feuer allein lassen!
Brand- und Verletzungsgefahr droht auch von vielen Haushaltsgeräten.
Neugierige Katzen können sich Pfoten und Fell am Bügeleisen, am Toaster, am Waffeleisen und natürlich an der Herdplatte verbrennen.
Zur Todesfalle können ganz leicht Spülmaschinen, Waschmaschinen, Trockner, Backöfen und Mikrowellen werden. Ganz wichtig: Die Türen dieser Geräte dürfen nie offen stehen - wenn doch, oder wenn es möglich ist, dass sie zwischendurch offen gestanden haben - dann kontrollieren sie vor dem Einfüllen oder Start eben noch einmal. Es gibt immer mal wieder Meldungen darüber, dass eine Katze aus Neugierde oder weil es ihr behaglich vorkam, zum Beispiel in eine Waschmaschine geklettert ist und dann qualvoll zu Tode kam - und solche Meldungen sind leider wahr!

Gefährliche Dekoration
Glitzerndes Adventsspray, Lametta, Duftkerzen und viele andere (vor allem kleine) dekorative Teile, wecken die Neugier der Katze - und sind doch giftig für sie oder bergen Verletzungsgefahr, weil sie spitz oder scharfkantig sind.
Gerade das Gegenteil und trotzdem nicht ungefährlich sind z.B. Häkeldecken. Neugierige Katzen schlagen mit den Pfoten nach dem Rand (der sich ja auch schon einmal bewegt, wenn jemand aufsteht oder bei starkem Luftzug) und können sich mit den Krallen dann sehr unglücklich verhaken... Das allein kann der Katze schon sehr weh tun; sie kann sich ungünstigstenfalls die Kralle herausreißen. Richtig gefährlich wird es aber erst, wenn mit der Decke gleich das Geschirr herunterkommt!

Gefährliches Spielzeug
Selbst eigens gekauftes Katzenspielzeug, vor allem aber viele Plüschtiere können gefährlich werden, denn manche davon haben als Augen oder anderen Stellen Plastikknöpfe, die mit einem spitzen Teil im
Spielzeuginneren gefestigt sind. Das allein wäre noch nicht so schlimm, aber leider sind diese Spielzeuge dann nicht sehr stabil, die Knöpfe lösen sich oder lassen sich abnagen - und so ein verschlucktes scharfes kleines Plastikteil kann nicht nur für Kleinkinder, sondern auch für Katzen richtig gefährlich werden. Prüfen Sie also alles in Frage kommende Spielzeug auf seine Robustheit bzw. kaufen Sie gar keines, das gefährlich werden könnte!

Giftige Pflanzen
Katzen fressen gerne an Pflanzen herum, und das einfach wegen des für sie angenehmen Geschmacks. Ob eine Pflanze unverträglich oder sogar giftig ist, wissen Katzen nicht unbedingt. Daher sollten Sie in der Wohnung zum einen oder mehrere Töpfe mit ungefährlichem Katzengras anbieten - und katzenunverträgliche Pflanzen aus der Wohnung entfernen. Wertvolle Tipps zu diesem Punkt finden Sie in unserem Beitrag Katzen und Giftpflanzen vom 28.April 2002; eine Liste giftiger  Zimmerpflanzen hier: http://www-vetpharm.unizh.ch/GIFTDB/Giftf.htm.

Gefährliche Essensreste
Schokolade und andere Süßigkeiten sind gar nichts für Katzen, rohes Ei-Eiweiß ist (zum Beispiel von herumliegenden Eierschalen) ist ungesund, und von luftgetrockneten Schinkenresten droht der Katze Parvovirose... Sie merken schon, es gibt viele Gründe, Küche und Esstisch immer blitzsauber zu halten oder die Katze wenigstens davon fernzuhalten!

Mehr Informationen zu den einzelnen Gefahrenquellen und eine große Zahl nützlicher Adressen zum Thema "katzensichere Wohnung" finden Sie bei "Ein Herz für Tiere/ Geliebte Katze" unter http://217.6.58.147//katzw-wh.shtml.

 

In einer der Juni-Sendungen 2002 werden wir (WDR) einen Beitrag über die katzensichere und -gerechte Wohnung zeigen. Dort geht es dann unter anderem auch um den katzensicheren Balkon.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

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