DIE URMILCH MACHT'S

GELIEBTE KATZE - 12/2004

Seit kurzem gibt es die bei Menschen

mit großem Erfolg eingesetzte Kolostrum auch für Tiere

von Saskia Brixner

Wenn früher auf Bauernhöfen eine Kuh kalbte, war es üblich, dass der Bauer und seine Familie von der Erst-Milch ein paar Schlucke tranken, um möglichst lange jung und gesund zu bleiben. Auch Dr. Christoph Hufeland, der Leibarzt von Goethe und Schiller berichtete im 18.Jahrhundert von ihrer heilsamen Wirkung. Doch dann geriet der natürliche ‚Jungbrunnen“ in Vergessenheit. Erst 1955 berichteten Mediziner erneut über die Wirksamkeit der  „Urmilch“ bei der Behandlung von Rheuma und Allergien. In den 90er-Jahren wurde dann in den USA damit begonnen, die Erst-Milch zur Nahrungsergänzung einzusetzen.

Seither wurde ihre positive Wirkung auf menschliche Patienten durch über 400 wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt.

In Deutschland war Dr. Dr. Franz Starflinger der Erste, der das Kolostrum wieder entdeckte, zusammen mit Experten ein besonders schonendes Verfahren zur Herstellung entwickelte und gefriergetrocknetes Kolostrum gezielt in seiner Praxis einsetzte.

Geheimtipp UNTER TIERFREUNDEN

Viele der dankbaren Patienten des Gynäkologen und Tiermediziners kamen irgendwann zu dem Schluss, dass das, was beim Säugetier Mensch so hervorragend wirkt, auch bei Tieren funktionieren könnte. Und so gaben sie ihren kranken Tieren täglich eine Kapsel oder ein Löffelchen ihrer Milch ab. Allmählich wurde das Kolostrum als Geheimtipp unter Tierfreunden weiter gegeben.

„Da wir auf dem Land über alles miteinander reden, erzählte mir jemand, dass seine Katze durch Kolostrum gesund geworden ist“, berichtet Egon Gilde. „Aetna war zwar nicht richtig krank, aber sehr still geworden. Ihr Fell war verklebt und stumpf.“ Da der Tierarzt dem Katzenbesitzer aufgrund der Vorgeschichte und des Alters von Aetna keine großen Hoffnungen machte, besorgte sich Egon Gilde Kolostrum in der Apotheke. Inzwischen ist die italienische Straßenkatze wieder putzmunter. „Anfangs haben wir versucht, Aetna die Kapseln in den Mund zu schieben. Sie hat das gehasst“, berichtet der Katzenfreund „Seit wir die Kapsel aufmachen und sie das Pulver aus der Hand schlecken lassen, ist sie richtig gierig danach.“

Auch Evi Dreier aus Burghausen hat gute Erfahrungen mit der Erst-Milch gemacht. Wir mussten unsere Laila wegen Diabetes zweimal täglich mit lnsulin spritzen“, berichtet sie. „Durch einen befreundeten Arzt erfuhren wir von Kolostrum, und sie bekam nach Bedarf ein bis zwei Löffelchen Milch. Laila ist trotz ihrer schweren Krankheit 17Jahre alt geworden.“

Unterstützung FÜR PROBLEMTIERE

Die Luxemburgerin Manon Thekes verwendet das Extrakt aus der Biest-Milch schon seit längerem für Problemtiere. In Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein „Déiere Frënn Lötzebuerg“ („Tierfreunde Luxemburg“) nimmt sie immer wieder Katzen und Hunde zu sich, die schwer vermittelbar sind. So bekam sie im November 2002 beispielsweise Kater Fritzi in Pflege. Eine alte Dame hatte den Kater aus Mitleid gekauft, weil er in einem Käfig zusammen mit Meerschweinchen leben musste. Fritzi blieb immer nur in einem Zimmer, war apathisch, fraß nicht viel und schnurrte nie“, berichtet sie. Die ersten drei Wochen wurde der damals eineinhalbjährige Kater mit einer Pipette ernährt, da er von selbst nicht fraß. Er bekam ein Gemisch aus einer Vitaminpaste, Kolostrum und Katzenmilch. Kurze Zeit später fing er an, allein zu fressen, und schnurrte das erste Mal. Nach weiteren vier Wochen fraß er normale Mengen und nahm zu. „Fritzi verlor allmählich seine Angst und kam zunehmend ins psychische Gleichgewicht. Inzwischen reagiert er immer mehr wie ein richtiger Kater“, freut sich Manon Thekes.

Förderung DER SELBSTHEILUNGSKRÄFTE

Auch die blinde und fast taube Kilty, die auf einem Campingplatz gefunden wurde, kam buchstäblich wieder auf die Beine. Durch Arthritis konnte die auf über 20 Jahre geschätzte Katze kaum mehr gehen. Kilty war erfolglos mit einem herkömmlichen Präpa­rat behandelt worden. Dank Kolostrum wurde sie viel lebendiger, bewegte sich mehr und versuchte sogar kleine Sprünge. „Kolostrum ist kein Wundermittel, und ein Tier wird dadurch nicht jünger, aber die Lebensqualität verbessert sich, und die Alterserscheinungen sind nicht mehr so schlimm“, meint die 38-Jährige anerkennend.

Seit kurzem gibt es die Erst-Milch auch als spezielles Tierpräparat. Es handelt sich dabei um eine ausgewogene Kombination von lebenswichtigen Aminosäuren, Antikörpern, natürlichen Wachstums-faktoren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Die in Apotheken erhältlichen Haustierkaspeln können zur körperlichen und psychischen Stärkung gegeben werden. Außerdem zur Therapiebegleitung bei Allergien, zur Unterstützung des lmmunsystems, der Stärkung von Muskeln, Gelenken und Bändern und zur Regeneration für Magen und Darm und für ein glänzendes Fell. Auch Durchfälle können behoben oder zumindest stark verbessert werden. Da sich die Zellalterung verlangsamt, bleiben Vierbeiner zudem länger fit.

Schonendes HERSTELLUNGSVERFAHREN

„Da Tiere nur kleinere Mengen benötigen und die Milch keinerlei Konservierungsstoffe enthält, sind wir wegen der längeren Haltbar­keit zur Produktion von Kapseln übergegangen“, erklärt Michael Achenbach von CPI GmbH. „Colo Vet enthält den gleichen Extrakt wie die Humankapseln, es kam nur noch etwas Molke hinzu, weil Tiere sie dann lieber nehmen.“ Stoffe, die von Katzen nicht vertragen werden wie Kasein und Albumin werden in einem aufwendigen Verfahren aus der Milch herausgelöst, wobei die Wirkstoffe durch die Gefriertrocknung in vollem Umfang erhalten bleiben. „Natürlich ist Kolostrum kein Ersatz für eine medizinische Behandlung“, erklärt Dr. Dr. Franz Starflinger. „Es ist aber eine hervorragende begleitende Maßnahme bei Krankheit. Denn die Natur hat hier ein Nahrungsmittel in so perfekter Zusammensetzung geschaffen, wie sie niemals in Laboratorien ‚nachgebaut‘ werden könnte."

 

INFO - Was ist Kolostrum?

Die Urmilch, auch Erst-, Biest-, Vor-Milch oder Kolostrum genannt, wird von alten Säugetieren kurz nach der Geburt produziert. Sie beinhaltet alle wichtigen Abwehrstoffe, die Neugeborene für einen guten Start ins Leben brauchen. Während menschliche Säuglinge schon im Mutterleib mit Abwehrstoffen versorgt werden, ist das bei Kühen und Pferden anders. Der Nachwuchs wird praktisch ohne Abwehrstoffe geboren. Daher Ist das Kolostrum von Kühen, das in den ersten 24 bis 28 Lebensstunden entsteht, besonders wirkstoffreich. Da Kühe durch Domestizierung und spezielle Zucht rund 10 Liter Milch produzieren, Kälber aber nur etwa vier Liter trinken, kann die überschüssige Milch verarbeitet werden. Weil Rohkolostrum viel Fett, großmolekulare Eiweiße und unverträgliche Stoffe enthält, wird es speziell aufbereitet. Wichtig ist dabei die Art der Herstellung. Durch die wegen ihres günstigen Preises häufig angewandte Sprühtrocknung bei ca. 180°C werden die empfindlichen Wirkstoffe nachhaltig geschädigt und verlieren ihre Bioaktivität, während sie beim Gefriertrocknungsverfahren erhalten bleiben. Colo Vet gibt es in Apotheken zu 30 (Pharmazentralnummer 416 7599) und 60 Stück (PZN 416 7582).

 

Wieder-Entdecker

Der Tier- und Humanmediziner Dr. Dr. Franz Starflinger entdeckte Mitte der 90er-Jahre die Heilkräfte der Urmilch wieder und setzt sie gezielt in seiner gynäkologischen Praxis ein. Dabei hat er sich vor allem als On­kologe (Krebs-Spezialist) einen Namen gemacht. Rein privat kümmert sich der Oberbayer auch heute noch um die Gesunderhaltung von Tieren. Kater Dicki z.B. wurde durch Kolostrum von stressbedingtem Haarausfall geheilt.

 

Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster

 

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