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EIN HERZ FÜR TIERE - 04/2002 Flöhe und Zecken von Barbara Welsch, Tierärztin Flöhe und Zecken verursachen Juckreiz, können Entzündungen der Haut auslösen und sind schlicht und ergreifend ziemlich eklig. So beugen Sie gegen die Plagegeister vor. Anfang April rütteln sich die europäischen Zecken die Winterstarre aus den acht Beinen und kriechen aus ihren Verstecken im Boden oder unter dem Laub an die Oberfläche. Im hohen Gras, in Büschen und im Unterholz lauern sie nun ihren Opfern auf: warmblütigen Zwei- und Vierbeinern. Die Schmarotzer, die übrigens zu den Spinnentieren und nicht zu den Insekten gehören, wollen nur eines: Blut saugen, und zwar schnell. Wie die Zecke das Nahen eines potenziellen Opfers bzw. Wirtes bemerkt, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Wahrscheinlich spielt ein besonderes Sinnesorgan, das Hallersche Organ, eine Rolle beim Aufspüren eines geeigneten Wirtes. Dieses Organ, befindet sich auf dem ersten Beinpaar der Zecken und wird Fühlern gleich in die Luft gehalten. Bei Versuchen reagierte das Hallersche Organ auf Kohlendioxid, Temperaturschwankungen, Buttersäuregeruch und den Wechsel von Licht und Schatten. Alles Merkmale für ein sich nahendes, warmblütiges Tier. Zeckenbisse verursachen keinen Juckreiz Zecken bevorzugen wenig behaarte, dünnhäutige Stellen. Dort schneiden sie mit ihren scherenförmigen Mundwerkzeugen in die Haut, bis ihre Nahrung - das Blut - fließt. Damit es nicht vorzeitig gerinnt, hemmen sie die Blutgerinnung mit einem Stoff, den sie in die Wunde träufeln. Der Wirt bemerkt die Zecke meist nicht, da sie ein Betäubungsmittel in die Miniwunde injiziert. Tatsächlich ist der Schaden, den Zecken - außer bei einem Massenbefall - anrichten, eher indirekter Natur. Das größte Problem stellen die beiden Krankheiten Borreliose und FSME, die von den Zecken übertragen werden können, dar. Während Hunde und Katzen sehr selten an der Gehirnhautentzündung FSME erkranken, stellt diese Krankheit für ihre Halter eine Gefahr dar. Wer in einem mit FSME verseuchten Gebiet wohnt, sollte sich nach Absprache mit dem Arzt impfen lassen. Zecken können viele Krankheiten übertragen Zumindest Hunde sind anfällig für Borreliose. Eine Krankheit, die schleichend verläuft und viele Organe schädigen kann. Mittlerweile kommen auch andere durch Zecken übertragene Krankheiten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz vor. Dazu zählen die Ehrlichiose und die Babesiose. Bis auf die Borreliose kann man gegen keine dieser Krankheiten impfen, daher ist die Bekämpfung der Zecken so wichtig. Hausmittel, wie das Träufeln von Öl, Klebstoff oder Ähnlichem auf den Blutsauger sollte man auf keinen Fall, anwenden. Denn sie setzen die Zecke unter Stress und im Stress „spuckt“ sie viel mehr der schädlichen Erreger in die Wunde. Vielmehr sollte man die Zecke mit einer Zeckenzange vorsichtig herausziehen oder drehen. In welche Richtung man dreht, ist dabei gleichgültig - Zecken haben kein Gewinde. Zur Vorbeugung gegen Zeckenbefall haben sich Halsbänder, Sprays und Spot-on-Präparate vom Tierarzt bewährt. Viele Anti-Zecken-Mittel wirken auch gegen Flöhe Viele dieser Präparate wirken auch gegen die zweiten „Hauptblutsauger“: die Flöhe. Flöhe haben zumindest bei den Haustieren, die mit uns in kuscheligwarmen Wohnungen leben, auch im Winter Saison. Flöhe sind im Gegensatz zu Zecken Insekten. Die erwachsenen Flöhe leben auf dem Hund oder der Katze und saugen das Blut ihres Wirtes. Die Eier, die das Flohweibchen legt, fallen auf den Boden oder die Schlaf- und Liegeplätze des Wirtes. Dort macht der Flohnachwuchs eine Entwicklung durch. Er schlüpft als Larve aus dem Ei, ernährt sich eine Weile von Flohkot, bis er sich schließlich verpuppt und in der Puppe zum ausgewachsenen Floh entwickelt. In der Puppe können die Flöhe monatelang überleben. Erst wenn sich ein Tier oder ein Mensch in ihrer Nähe aufhält, verlassen sie ihren Kokon und entern ihren Wirt. Flöhe können neben Juckreiz Allergien und schwere Entzündungen der Haut verursachen. Außerdem sind sie Überträger des Gurkenkernbandwurms. Haben sich Flöhe einmal in einer Wohnung eingenistet, ist ihre Bekämpfung schwierig und langwierig. Daher lohnt sich die konsequente Vorbeugung. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber. |
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Weiterhin viel Spaß auf unseren Webseiten - 21.04.2007 - © rooster |
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